Nachhaltige Wiederherstellung von Lebensräumen
Ein Schwerpunktprojekt des Natur- und Artenschutzes der Stiftung ist die nachhaltige Wiederherstellung von Lebensräumen.

Als herausragendes nachhaltiges Naturschutzprojekt wird die Wiederherstellung eines großflächigen Wildkatzenwaldes mit grünen Brücken verfolgt, der auch anderen Tieren als Lebensraum für eine Rückkehr dient.
Mit umgestürzten Bäumen und liegen gebliebenen Wurzeltellern wird von der Stiftung ein Biotop angelegt, der nicht nur der Wildkatze, sondern auch anderen Tieren, wie Käfern und Kleinlebewesen, einen vielfältigen Lebensraum bietet. Stehen gebliebene Bäume bieten Nistmöglichkeiten für Spechte, Eulen, Vögel und Eichhörnchen und sorgen mit ihrem Schatten dafür, dass der Waldboden nicht austrocknet. Ein Nahrungskreis baut auf dem anderen auf, und dadurch entsteht wieder neues Leben und die Chance für die Rückkehr von Lebewesen, die ihren Lebensraum verloren hatten. So entfaltet nachhaltiger Naturschutz.


Umgelegte Bäume und liegen gebliebene Wurzelteller schaffen einen neuen natürlichen und vielfältigen Lebensraum
Bei der hierfür notwendigen Bereitstellung geeigneter Flächen für einen großflächigen Wildkatzenwald mit grünen Brücken wird die Stiftung vom BUND und den Naturschutzbehörden von NRW in enger Zusammenarbeit unterstützt. Der Erfolg zeigt sich bereits im Nachweis der sehr scheuen und meist nur in der Dämmerung oder in der Nacht aktiven Wildkatze durch Infrarot-Nachtaufnahmen. Da die Wildkatze gegen Störungen äußerst empfindlich ist und sofort mit einem Ortswechsel reagiert, insbesondere, wenn sie Junge aufzieht, verbietet sich für die Stiftung jegliche Ortsangabe über das Vorkommen. Nach Rückkehr der Wildkatze als Leitart ist auch mit der Rückkehr anderer Tierarten zu rechnen.
Um die Rückkehr der Wildkatze zu ermöglichen, muss jegliche Störung unterbleiben und daher können diese Flächen nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden, wodurch ein Verdienstausfall entsteht. Diesen trägt die Stiftung bisher mit ihrem Vermögen. Sie ist aber dankbar für jegliche finanzielle Unterstützung ihrer Arbeit.
Die Stiftung versucht, der Wildkatze mit einem vom Menschen geschaffenen Wald ein Angebot zur Rückkehr zu machen. Über die Annahme des Angebots entscheidet aber allein die Wildkatze und nicht der Mensch. Der Versuch zur Wiedereinbürgerung ist daher ein Trial-and-Error-Prozess, der eine ständige Überwachung erfordert, um bei Fehlversuchen eine Korrektur vornehmen zu können. Dafür muss die Stiftung versuchen, so viel Wissen wie möglich über die scheue, meist nur in der Dämmerung und in der Nacht aktive Wildkatze in Erfahrung zu bringen.


Die Aufnahmen von Jürgen Reinecke zeigen unser Angebot eines Lebensraums für die Wildkatze
Um Näheres über die Wildkatze in Erfahrung zu bringen, werden in einem genetischen Labor die von der Katze gefundenen Haarproben zur Bestimmung des Geschlechts und der familiären Abstammung analysiert. Ergänzt werden die auf diese Weise gewonnen Erkenntnisse mit Laboruntersuchungen durch Aufnahmen der Wildkatze in der Nacht mit Hilfe von aufgestellten Infrarot-Kameras.
Wichtig wäre es auch, eingefangene Wildkatzen mit einem GPS-Halsband zu versehen, um das Bewegungsprofil erfassen zu können. Das verdeutlicht, wie schwer diese Arbeit mit der Wildkatze ist, die im Wesentlichen zur Zeit ehrenamtlich geleistet wird. Hinzu kommen die Kosten, die für eine genetische Laboruntersuchung der Haarproben anfallen.
